Der Fall Lorenz hat in kurzer Zeit große digitale und mediale Aufmerksamkeit erhalten und eine öffentliche Debatte über institutionelles Versagen ausgelöst, die schließlich zur Anklage führte. Gleichzeitig bleiben viele vergleichbare Fälle von rassistischer Gewalt oder staatlicher Willkür unsichtbar. Der Vortrag geht der Frage nach, warum dieser Fall Sichtbarkeit erzeugte und andere nicht. Ausgehend vom Fall Lorenz analysiert Suraj, wie digitale Öffentlichkeiten, Medienlogiken und algorithmische Sichtbarkeit darüber entscheiden, wessen Leid wahrgenommen wird. Aufmerksamkeit ist dabei keine neutrale Ressource, sondern folgt rassifizierten und emotionalisierten Logiken.
Dieser Programmmpunkt ist Teil des gemeinsamen Programms der TINCON x re:publica 26.