Charlotte Lohmann
Referentin bei der Amadeu Antonio Stiftung
Charlotte Lohmann ist Bildungsreferentin für Medienkompetenz und digitale Demokratiegefährdung. Sie arbeitet seit 2021 bei der Amadeu Antonio Stiftung im Feld der Demokratie- und Medienbildung. Im Fokus steht das Aufzeigen von Handlungsstrategien gegen digitale Hassphänomene sowie Desinformation. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung einer demokratischen Medienkompetenz als notwendige Antwort auf die Demokratiefeindlichkeit im digitalen Raum.
Im Fokus ihrer Arbeit steht die Konzeption didaktischer Bildungs- und Lernformate, die Vermittlung pädagogischer Handlungsoptionen sowie die Analyse demokratiefeindlicher Onlinekulturen und rechtsextremer Social-Media-Nutzung. Dabei nimmt sie im Projekt demo:create und NetCitizens vor allem audiovisuelle Medien wie zum Beispiel TikTok, YouTube, aber auch Twitch in den Blick und entwickelte ein medienpädagogisches Action Kit.
Talk: Zwischen Mitreden & Manipulation - Warum wir über Straßeninterviews auf TikTok reden müssen
Ihr kennt die Straßeninterviews auf TikTok. Sie wirken roh, nahbar und geben (jungen) Stimmen Raum. Worüber man sich aber bewusst sein muss: Die Person hinter dem Video entscheidet, welche Antworten reingeschnitten werden und welche nicht. So nutzen rechtsextreme Akteur*innen das Format, um ihre Botschaften emotionalisiert zu verbreiten: manipulativ geschnitten, suggestiv gefragt, scheinbar „echt“. Wir reden darüber, warum Straßeninterviews auf TikTok sowohl empowern als auch manipulieren können. Wie erkenne ich, wenn mir ein Clip eine Meinung unterjubeln will? Wie lassen sich KI-generierte Straßeninterviews enttarnen? Und was bedeutet es für die Person vor der Kamera, wenn sie vorgeführt oder sogar zum Meme wird? Wir schauen uns aktuelle Beispiele an, sprechen über Schutz, über die Wirkung auf unser Denken – und stellen die Frage: Wie können wir uns wehren, damit das Internet nicht den Rechten überlassen wird und ein spannendes Genre nicht gekapert wird?
Workshop: Für Lehrkräfte: Prävention statt Feuerwehr – Umgang mit Rechtsextremismus an der Schule
Wie können Schulen Orte bleiben, an denen Demokratie gelebt wird – auch dann, wenn rechtsextreme Einstellungen im Klassenzimmer oder im Lehrerzimmer sichtbar werden? Dieser Workshop richtet den Blick auf präventive Ansätze der politischen Bildung im digitalen Zeitalter. Wir sprechen darüber, wie Lehrkräfte Radikalisierungstendenzen bei Schüler*innen frühzeitig erkennen und ihnen mit Haltung begegnen können. Außerdem geht es darum, wie Schulen Strukturen schaffen müssen, um auch innerhalb des Kollegiums problematischen Haltungen zu begegnen – auch um Jugendliche zu schützen.
Im Fokus steht die Frage, welche Rolle digitale Räume dabei spielen: Wie verschränken sich Online-Diskurse, rechte Narrative und schulische Alltagskulturen und wie kann politische Bildung hier ansetzen, bevor es brennt? Dabei thematisieren wir auch, wie das Neutralitätsgebot häufig missverstanden wird und warum klare demokratische Positionierung kein Widerspruch dazu ist.
Service-Hinweis: Dieser Workshop ist für Lehrkräfte. Sie können Ihre Klasse zur TINCON anmelden und während des Besuchs der Konferenz am Workshop wahrnehmen. Die Workshopanmeldung erfolgt via Eventbrite, den Link zur Anmeldungen erhalten Sie nach Ticketbuchung per Email.