Hoe_mies
Queer-feministisches DJ-Kollektiv (aktuell Okt. 2019)
Hoe__mies sind die Macherinnen der gleichnamigen Partyreihe, die binnen kurzer Zeit zu einer der beliebtesten Berlins wurde. Was sie ausmacht, ist vor allem ihr politischer Ansatz, die Hip-Hop-Szene inklusiver zu gestalten, weshalb sie ihren Fokus auf weibliche, nicht-binäre und transgeschlechtliche Acts legen. Sie bieten sowohl eine Plattform für all diejenigen DJs und Performer*innen, die oft vom Mainstream ausgeschlossen werden, als auch einen Partyspace, der Hip Hop und andere urbane Musikrichtungen zelebriert und die männliche Dominanz der Szene aufbricht. Als Soundsystem haben Hoe__mies bestehend aus Lúcia Lú und Meg10 bereits auf zahlreichen deutschen Festivalbühnen gespielt, darunter das Dockville, Juicy Beats, Kosmonaut, Melt uvm., auf dem Splash!21 die Backyard Bühne kuratiert und gewannen im Oktober 2018 den Red Bull Music Culture Clash, bei dem sich ihre Crew gegen drei renommierte Produzenten- und DJ Teams aus ganz Deutschland durchsetzte. Ihr Sound bewegt sich zwischen Trap, Dancehall, Baile Funk, Afrobeats, Neoperreo, 90er & 2000er Hip Hop und RnB Classics, House, Jersey Club etc.. Seit Februar 2020 sind die Hoe__mies außerdem die Moderatorinnen ihres eigenen Podcasts “Realitäter*innen”, der jeden zweiten Donnerstag exklusiv auf Spotify erscheint. Darin führen sie mit ihren Gäst*innen Gespräche über Identitäten und Themen abseits des Mainstreams, wie z.B. Männlichkeit, polyamouröses Dating, Sexarbeit, Body Positivity und vieles mehr.
Live-Podcast: Popkultur als Repräsentationsort für marginalisierte Identitäten
Nikki Tutorials' Coming Out, Rupaul’s Drag Race's 3-facher Emmy-Sieg und die Veröffentlichung der Netflix Doku „Disclosure" über Repräsentation von trans Identitäten im Film und TV sind nur ein paar der LGBTQ Popkultur Momente in 2020. Wir können uns an einer wachsenden Repräsentation von queeren und trans Identitäten im Mainstream erfreuen. Gleichzeitig müssen wir uns fragen, wie viel Einfluss die Sichtbarkeit dieser Identitäten in der Popkultur auf die gesellschaftliche Akzeptanz ausübt, wenn beispielsweise LGBTQI+ freie Zonen in Polen oder transfeindliche Äußerungen von J.K. Rowling immer noch viel Zuspruch finden. Im Live-Talk, der an ihren Podcast „Realitäter*innen“ angelehnt ist, wollen die Hoe_mies mit ihren Gästinnen Lisa Tracy Michalik und Ina Holev vom feministischen Kulturmagazin „Defragzine“ u.a. darüber sprechen, wer wirklich von der Repräsentation queerer Identitäten im Mainstream profitiert und welche Stories sie ganz persönlich geprägt haben.