Juse Ju

Rapper

1989: In einem kleinen, grünen Holzhaus in Tokio sitzt ein 6jähriger aus Süddeutschland und hört zum ersten Mal in seinem Leben Public Enemy. Aufgelegt von seinem großen Bruder auf dessen Billig-Plattentellern im gemeinsamen 12qm Kinderzimmer.

Schnitt.

29 Jahre später ist dieser Junge aka Juse Ju selbst eine Größe in der deutschen Indie-Rapszene im Dunstkreis von der Antilopen Gang, Fatoni, Dexter und Edgar Wasser. Sein aktuelles Album trägt den Titel „Shibuya Crossing“. Es ist das Ergebnis seiner wechselhaften Geschichte und Weltsicht, darin positioniert sich Juse politisch, arbeitet die eigene Familiengeschichte schonungslos auf und reflektiert sich selbst ganz ohne Ironie.

Eine Lebensgeschichte, wie sie nur die Globalisierung schreiben kann. Die coming of Age Story eines Weltenbummlers, den der Job des Vaters in die Hochhausschluchten fernöstlicher Metropolen, die Einöde der Schwäbischen Provinz und die Zerrissenheit der amerikanisch-mexikanischen Grenzstadt El Paso führt. Ein Leben zwischen Umzugkartons und Neuanfängen. Nirgends bleibt die Familie länger als 6 Jahre am Stück. Einzige Konstante bleibt der Soundtrack: HipHop und Rap.

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