Volontariat – Dein Einstieg in einen Medienberuf

Du willst später etwas mit Medien machen, aber weißt nicht, wie dir ein Einstieg in die Welt voller Redakteur:innen, Social-Media- und Kommunikationsmanger:innen gelingt? Dann könnte ein Volontariat genau das Richtige für dich sein!

TINCON Programmworkshop 2022 in den TINCON Studios Tag 2 - Vorbereitung Interview
Foto: Magdalena Luise Mielke – Spiegelverdreht /TINCON

Ich heiße Lilly und bin selber Volontärin bei Make Your School, einem Projekt von Wissenschaft im Dialog, und darf für zwei Wochen als Hospitantin in die Arbeit der TINCON reinschnuppern. Deswegen möchte ich dir aufgrund meiner Erfahrungen einen Einblick geben, wie ein Volontariat in der Öffentlichkeitsarbeit aussehen kann, welche Stationen durchlaufen werden und was sonst noch dazugehört.

Das Volo ist kein Freiwilligendienst

Doch was ist eigentlich eine Volontariat, auch kurz Volo? Anders als oft angenommen, ist ein Volontariat kein Freiwilligendienst, wie es der französische Begriff „volontaire“ zunächst vermuten lässt. Das Volontariat ist eine Berufsausbildung, welche vor allem im redaktionellen Bereich, aber auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, oft nach dem Studium, als Einstieg in die Berufswelt genutzt wird.

Im Volo wirst du auf den Alltag in Redaktionen oder in Medienberufen vorbereitet. Das kann je nach Unternehmen ganz unterschiedlich aussehen. Im besten Fall durchläufst du verschiedene Stationen und lernst möglichst viel dazu, sodass du nach dem fertigen Volo deine erste volle Stelle antreten kannst. Auf Freiwilligkeit basiert ein Volontariat somit nicht. Du wirst bezahlt und bist Teil des regulären Teams, stehst aber in einem Ausbildungsverhältnis. Das Gehalt im Volo liegt meist etwas über dem Mindestlohn.

Schule, Uni oder Kontakte: So kommst du an ein Volo

Um ein Volontariat beginnen zu können, werden regulär einige Qualifikationen erwartet, denn Berufe im Journalismus und anderen Medienbereichen werden immer beliebter. Prinzipiell gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, die du brauchst, um ein Volo beginnen zu können. Jedoch setzen die meisten Arbeitgeber ein abgeschlossenes Studium voraus. Zudem sind vorangegangene Praktika und Nebenjobs vorteilhaft, bei denen du schon erste Arbeitserfahrungen sammeln konntest.

Auch die Länge eines Volontariats kann je nach Bereich stark variieren. In der Regel gehen Volontariate zwischen einem und zweieinhalb Jahren.

Diese Aufgaben erwarten dich im Volontariat

Die Aufgaben im Volontariat können so breit gefächert sein wie die Arbeitgeber, bei denen du ein Volontariat machen kannst. Natürlich sind deine Aufgabenfelder davon abhängig, ob du in einer Lokalredaktion, im Museum oder in einer PR-Firma arbeitest.

TINCON Programmworkshop 2022 in den TINCON Studios Tag 2 - Vorbereitung Interview
Foto: Magdalena Luise Mielke – Spiegelverdreht /TINCON

In meinem Volontariat im Öffentlichkeitsbereich übernehme ich viele Aufgaben, die sich rund um die Außenkommunikation des Projekts drehen. Dazu gehört beispielsweise das Versenden von Pressemitteilungen bei wichtigen Events oder spannenden Neuigkeiten im Projekt. Um alle Neuigkeiten zu streuen, wird zudem ein Newsletter in regelmäßigen Abständen rausgeschickt, der geschrieben und mit Bildern versehen wird. Auch die Webseite muss auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.
Und was bei Veranstaltungen natürlich noch dazu gehört: Give-Aways und Flyer! Auch diese müssen designt und betextet werden.

Hier ein Tweet, da ein Instagram Post und bloß nicht die Stories vergessen: Last but not least gehört auch Social Media Arbeit zu den Aufgaben (m)eines Volontariats.

Fehler machen gehört dazu

Ich durfte bisher auch ins Veranstaltungsmanagement reinschauen und einen Messestand planen sowie Tutorials für Schüler:innen entwickeln. Wie genau die Aufgaben im Volontariat aussehen, entscheidet jedoch dein Betrieb. Wenn du bestimmte Vorlieben und Stärken hast, kannst du diese aber mit Sicherheit auch einbringen. Ein Volontariat ist aber auch dafür da, in Bereiche reinzuschnuppern, von denen du bislang vielleicht noch nicht so viel Ahnung hast. Und auch Fehler gehören dazu! Immerhin bist du in einer Ausbildung und hast die Chance, dich auszuprobieren, vielleicht auch mal unzufrieden zu sein, aber dafür umso mehr zu lernen.

Was im Volo nicht fehlen darf

Die Hospitanz, in der ich mich gerade befinde, ist auch Teil eines Volontariats. Das ist ein Praktikum bei einem anderen Arbeitgeber. Die Länge richtet sich oft auch nach der Länge des Volos. So kann die Hospitanz zwei Wochen oder aber auch ein Monat gehen. Dadurch bekommst du Einblicke, wie es in einem anderen Unternehmen läuft, kannst Kontakte knüpfen und zusätzliche Erfahrungen sammeln.

TINCON Programmworkshop 2022 in den TINCON Studios Tag 2 - Vorbereitung Interview
Foto: Magdalena Luise Mielke – Spiegelverdreht /TINCON

Aber auch verschiedene Seminare helfen dir, deine Fähigkeiten zu stärken und dich auf die Berufswelt vorzubereiten. Meistens gibt es einen Volontärskurs an einer Journalist:innenschule, der circa vier Wochen geht. Dabei lernst du alle Grundlagen, die du für das Schreiben oder andere Aufgaben in der Medienwelt benötigst. Überschriften, Texten für die verschiedenen Kanäle, Podcasts oder Video-Schnitt auf dem Smartphone sind gängige Fortbildungen. Oft sind aber auch firmeneigene Fortbildungen in anderen Bereichen möglich. Kann jemand in deinem Team vielleicht etwas, dass du auch lernen möchtest? Dann tauscht doch einfach euch aus und lernt voneinander!

Lohnt sich ein Volontariat?

Hand aufs Herz – lohnt sich ein Volontariat? In meinen Augen definitiv! Du hast nach einem Volontariat viele Einstiegschancen und kannst in der zudem in der Volo-Zeit herausfinden, was du beruflich willst und in welchen Bereichen deine Stärken liegen. Außerdem ist es gerade zwischen Studium und Beruf ein guter Einstieg in den Joballtag. Ohne mein Volontariat würde ich diesen Beitrag nicht schreiben können und einen Einblick hinter die Kulissen der TINCON bekommen, die ich sonst nur von den Veranstaltungen vor Ort kenne.

Informiere dich doch einfach mal, was Redaktionen oder Firmen in deiner Nähe für Volo-Anforderungen stellen und vielleicht schreibst du ja auch schon bald einen Beitrag bei der TINCON als Hospitant:in.

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