Jung sein „in diesen Zeiten”, oder: Wie unsere Programmumfrage beinahe eine qualitative Studie wurde.

Prüfungen trotz massiven Unterrichtsausfalls. Der Kampf gegen die Angst vor großen Menschenansammlungen (die man vor der Pandemie ganz gut im Griff hatte). Trans* sein und keiner versteht’s. Keine Abschlussfeier, kein Führerschein, kein Auslandsjahr. Sorgen um die Bundestagswahl im September. Online demonstrieren, Petitionen auf Instagram teilen. Zwischendurch über TikToks lachen, Videos drehen. Freunde treffen in Among us und Animal Crossing – oder auf Spaziergängen mit Abstand. “Die” Gen Z gibt es nicht. Aber in unserer Programmumfrage wurde eines ganz deutlich: Auch für junge Menschen ist diese Zeit eine “historische Herausforderung”. Aus vielerlei Gründen. Aber erstmal zurück zum Anfang. 🧐

Programmumfrage statt Programmworkshop, oder: Was man macht, wenn man einen Ort für junge Menschen schaffen will, sich aber nicht treffen darf.

Normalerweise startet das TINCON-Jahr mit einem zweitägigen Programmworkshop in Berlin. Aus diesem intensiven Wochenende mit ca. 30 Teilnehmer:innen wurde dieses Jahr natürlich nichts. Stattdessen starteten wir im Dezember eine bundesweite Befragung via WhatsApp und Telegram, um uns mit Jugendlichen über Ideen und Themenvorschläge auszutauschen.

An die Stelle von Pinnwänden und Impulsvorträgen traten Screenshots und Sprachnachrichten. Tiefgründige Gespräche mit den jungen Menschen wollten wir uns natürlich trotzdem nicht nehmen lassen. Und so wurden aus kurzen Mitteilungen ganz schnell richtige Telefoninterviews.

Alle 50 Teilnehmer:innen gaben uns ehrliche Einblicke in ihr Leben in diesen sogenannten Zeiten. Was läuft gut? Was läuft scheiße? Wie kommt man im Lockdown klar? Was wünscht sich die Next Generation für die Zukunft? Und welche Themen müssen von welchen Menschen unbedingt auf die Bühne gebracht werden? Es wurden Meinungen ausgetauscht, Ideen diskutiert und Gefühle rausgelassen. Und ihr glaubt gar nicht, wie viel uns das bedeutet! Wir danken euch für euren Input und nehmen das alles mit in unsere Arbeit für 2021. 💛

Was nehmen wir mit? oder: Eine nicht ganz so wissenschaftliche Diskussion der Ergebnisse.

Wie eingangs schon gesagt: “Die” Gen Z gibt es natürlich nicht. Aber unsere Interviewpartner:innen waren sich in einigen Punkten sehr, sehr einig: Sie wollen das Ende von Rassimus, Diskriminierung und Ungerechtigkeit. Sie fordern Aufklärung und klären auf: Über mentale Gesundheit, Sexualität, Machtverhältnisse und Deutungshoheiten. Sie plädieren leidenschaftlich für mehr Klimaschutz, Solidarität und Sensibilität gegenüber anderen Menschen. Und für uns gibt es da nur ein Fazit: Diese Generation muss man einfach lieben.

Und daher arbeiten wir natürlich auch für den Rest des Jahres mit vielen dieser tollen Menschen zusammen. Unser U21-Team ist jetzt also bundesweit (von Ascheberg bis Langeoog) und noch größer als letztes Jahr! Auf unserer Team-Seite könnt ihr alle kennenlernen.

Danke Internet, für die Verbindung! 🤓

📸 Titelbild: Rodion Kutsaev, Beitragsbild: Yannick Brugger

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