U21-Interview mit Finn und Anton von Iceberg Robots

Anton und Finn haben ein besonderes Hobby. Die beiden Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums sind die Leiter der Iceberg Robots, einer Fußballmannschaft mit autonom fahrenden Robotern. Im Interview mit Jean aus der U21-Redaktion erzählen sie vom Konzept des Roboterfußballs und warum man manchmal einfach was ausprobieren muss, bevor man weiß, ob es funktioniert. 

Wie kamt ihr dazu bei einem autonomen Fußballroboter Verein mitzumachen?

Finn: Das Team gab es schon vorher auf unserer Schule und wurde von Schüler zu Schüler weitergegeben. Ich habe das vor drei Jahren mit einem Freund übernommen, als die alten Eisbergs von der Schule abgegangen sind. Die haben uns zwei Roboter gegeben, an denen sie bis dahin gebaut haben. Die haben wir auch weiterentwickelt, doch mittlerweile haben wir komplett neue Roboter gebaut, seitdem vor einem Jahr Anton dazukam, als mein alter Teamkollege Lorenz auch Abi gemacht hat.

 

Wie funktioniert das genau mit den Fußball Robotern?

Anton: Es wird auf einem  2,50 x 3 Meter großen Spielfeld mit jeweils 2 Robotern pro Mannschaft gespielt, die durch eine eingebaute Kamera, den orangenen Spielball erkennen und darauf zusteuern. Wichtig ist beim Wettbewerb noch, dass die Roboter autonom fahren. Sie müssen also alleine Fußball ohne Fernsteuerung spielen. Beide Roboter einer Mannschaft haben jedoch eine Bluetooth Verbindung miteinander und kommunizieren dadurch, wer jeweils Stürmer und wer Verteidiger bei jedem Zug sein soll.

 

Wer unterstützt euch dabei?

Finn: Offiziell machen wir das im Rahmen einer AG der Schule. Wir haben einmal die Woche einen offiziellen AG Termin, wo alle Robocup Teams der Schule an ihren Robotern bauen. Allerdings arbeiten die meisten Robocup Teams mit simplen Legosystemen und sind nicht auf dem selben Level, wie wir das machen. Wir machen das recht eigenständig, weil wir schon auf einem Level sind, wo uns die Lehrer auch nicht weiterhelfen können. Zusätzlich gibt es noch 8 Sponsoren, die uns kostenlose Materialien, wie teure Motoren und individuelle Platinen zur Verfügung stellen.

Was bei uns ganz lustig ist, wir werden von Teams aus anderen Ländern öfters angeschrieben, ob wir den helfen können. Uns haben schon mehrere Teams aus dem Iran angeschrieben, denen wir Tipps geben konnten.

 

Laufen die Roboter auf einer Künstliche Intelligenz (KI)?

Finn: Der Roboter entwickelt sich nicht von allein weiter, also eine KI im ursprünglichen Sinne haben wir da nicht drin. Die Roboter haben einen festen Algorithmus, der nicht über uns hinaus lernt. Aber natürlich hat der Roboter auch eigene Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel das Absprechen untereinander, wer näher am Ball ist und wer die Verteidigung macht.

 

Habt ihr mehr mit Programmierung oder mit Hardware zu tun?

Anton: Da haben wir unsere Aufteilung. Ich beschäftige mich mehr mit der Software und Finn übernimmt eher die Hardware

Finn: Doch innerhalb der Saison müssen wir beide mehr an der Software arbeiten, da man  Hardware nicht oft verändern kann.

 

Woher habt ihr die Kenntnisse in Informatik?

Finn: Also wir haben zum einen Informatikunterricht und in der 11.Klasse haben wir sogar Robotik als Unterrichtsfach, was man freiwillig wählen kann. Aber das meiste kommt durch Learning by Doing. Wir probieren es aus und dann kommt es auch manchmal vor, dass etwas raucht. Dann wissen wir, dass machen wir nicht nochmal.

 

Wünscht ihr euch, dass in Schulen mehr Informatik gibt?

Finn: Ich denke, es ist wichtig, dass alle Schüler verpflichtend mindestens Grundlagen lernen. Informatik ist ein großer Teil des Lebens. Da ist es wichtig, ein bisschen Kenntnisse darüber zu haben.

Anton: Natürlich würden wir uns auch wünschen, dass sich mehr Schüler für sowas wie Robocup interessieren, aber da denke ich, dass es ist für alle Schulen nicht so einfach wäre es zu organisieren, weil es sehr zeitaufwendig ist. Natürlich würde größeres Interesse gut tun, aber wir sehen, dass es schwer ist, wirklich da den Einstieg zu finden.

 

Was sind eure Ziele mit Ice Berg Robots?

Anton: Finn wird ja nicht mehr lange dabei sein, denn er macht ja gerade sein Abi. Ein großes Ziel ist es, das Team in unserer Schule aufrecht zu erhalten. In diesem Robotern steckt viel Arbeit und Know How und wir wollen dass es weitergenutzt wird.

Finn: Aber auch den Wettbewerb wollen wir mit verbessern. Denn das Ziel der Robocup Community bis 2050 ist, dass der amtierende Robocup-Weltmeister gegen den amtierenden Fußball-Weltmeister gewinnt.

Anton: Das ist nicht ganz unrealistisch, denn es gibt schon Ligen, wo es humane Roboter gibt die sogar richtig laufen können. Daran programmieren dann ganze Unis die in einem Team teilnehmen.

 

Was wollt ihr den Zuschauern bei der Tincon mitgeben?

Anton: Vielleicht die Erkenntnis, dass es noch andere Roboter gibt als Kampfroboter, weil auf Messen kriegen wir oft die Frage ob man daraus nicht einen tollen Kampfroboter bauen kann. Robocup ist noch relativ klein und der Teil der Robotik wollen wir den Leuten näher bringen und sie dafür begeistern.

Zur TINCON Berlin werden die Beiden natürlich ihre Fußballroboter mitbringen und live präsentieren, was die so alles drauf haben.

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