MARMELABER: „Ich zerlege deine Crew zu Mosaik“ – Battle Rap als moderne Kampfkunst

Während A$AP Rocky in Amerika für Mercedes Benz wirbt und Kanye West Sneaker für Adidas designt, fristen Hip Hop und dessen Akteure in Deutschland ein ziemliches Nieschendasein. Aber warum ist das so? Keine Musikrichtung verkauft so viele Tonträger, so dass sogar die deutsche Volksmusik sich geschlagen geben muss. Liegt es daran, dass Rap zu hart, die Sprache zu gewalttätig und die Rapper zu gefährlich wirken? Wird Battle zu häufig mit echter Gewalt verwechselt? Wir versuchen dem Phänomen am 10. Februar beim nächsten MARMELABER auf den Grund zu gehen. 

Hip Hop – ein Kulturphänomen, das Mitte der 70er in Amerika geboren wird und einen Siegeszug antrat, wie es nur wenige Jugendkulturen schaffen. Zu den vier Elementen des Hip Hop zählen Graffiti, Breakdance, DJ-ing und natürlich Rapmusik. Seinen Ursprung nimmt Rap dabei auf New Yorker Parties in der South Bronx der späten 70er, auf denen DJs das erste mal Breakbeats auflegen und bald anfangen, auf die Beats zu sprechen. Schnell etabliert sich ein Wettstreit, wer gekonnter seine Sprache einzusetzen weiß und erste Contests entstehen, auf denen das Publikum entscheiden darf, wer der bessere Sprachkünstler ist. Die Geburtsstunde des Battle Rap!

Es soll noch einige Jahre dauern bis auch in Deutschland Rap zu einer großen Sache wird. Stuttgart und Hamburg werden zu den Zentren des Hip Hop und während in Hamburg noch der Spaßrap regiert, bringen Ende der 90er einige Berliner Rapper eine neue Schule in die Hauptstadt. Battle Rap nach amerikanischem Vorbild hatte nun auch Deutschland erreicht und sollte bis heute nicht wieder verschwinden. Teilweise harte Junges aus schwierigen Vierteln trugen ihre Fights nun nicht mehr mit Fäusten aus, sondern trafen sich auf kleinen und großen Bühnen der Stadt und zerlegten ihre Gegner nach allen Regeln der Sprachkunst.

Thema: „Ich zerlege deine Crew zu Mosaik“ – Battle Rap als moderne Kampfkunst
Los geht’s am 10. Februar, 11:00-13:30 Uhr
Location: Jugendzentrum Wasserturm, Kopischstraße 7, 10965 Berlin
Teilnehmen können alle zwischen 13 und 21 Jahren
Der Eintritt ist frei, wir bitten aber um Anmeldung.

Bild: Mikis Fontagnier

Dazu eingeladen ist einer der Wegbereiter des Battle Raps in Deutschland und Ikone des deutschen Hip Hops. Marcus Staiger gründete in den 90ern
den Royal Bunker, einen der Anlaufstellen für Rap Battles aus dem später das legendäre gleichnamige Raplabel entstand. Künstler wie Kool Savas (der die Zeile „Ich zerlege deine Crew zu Mosaik“ als KKS-King of Rap prägte), Sido, K.I.Z., B-Tight und viele andere, haben ihm ihren Erfolg zu verdanken. Staiger, wie er einfach nur genannt wird, arbeitetet außerdem bis heute als Rapjournalist für Medien wie SPEX, Berliner Zeitung, FAZ, JUICE, vice oder noisey und gehört damit zu den Besten seiner Zunft. Jahrzehnte langes Beobachten der Szene, sowohl als Labelchef, als auch als Journalist und nicht zu letzt seine Tätigkeit als Jiu-Jitsu Trainer machen ihn zum ungeschlagenen Experten, wenn es gilt Battle Rap als moderne Kampfkunst zu erklären.

Es soll also um Hip Hop, um Rap im besonderen gehen und vielleicht schafft man es ja heraus zu finden wo die tiefe Faszination bereits einiger Generationen liegt. Vielleicht hat Grandmaster Caz, einer der Wegbereiter des New Yorker Hip Hops es ja treffend formuliert:

„Hip Hop invented nothing. It reinvented everything.“

 

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