OER Plattformen (Open Educational Resources)

von Sheherazade

17.11.2017

Beim letzten MARMELABER Breakfast Club drehte sich ja alles um Digitale Bildung und wie die Schule der Zukunft aussehen könnte. Um nochmal einen größeren Überblick über digitale Lernplattformen zu bekommen, gibt es hier eine Auswahl an Open Educational Resources (OER), die Bildungsmaterialen jeder Art, unter offenen Lizenzen, also völlig kostenfrei, veröffentlichen. Die beiden Gäste Björn Nölte und Jonas Wanke stellten schon verschiedene praktische Tools vor, mit denen digitaler Unterricht einfach, schnell und ohne großen finanziellen Aufwand  umgesetzt werden kann.

Natürlich ist dies nur eine Auswahl an Lernplattformen. Es gibt mittlerweile fast unzählig viele, die einen sehr gut, die anderen nicht ganz so. Genau darüber soll diskutiert werden. Welche Erfahrungen gibt es zu den Plattformen, welche sind zu empfehlen, von welchen sollte man lieber die Finger lassen und wann und wie können digitale Angebote das Lernen und den Unterricht unterstützen, oder sogar verbessern? All das soll unter diesem Artikel diskutiert werden, um hier eine umfangreiche und gut strukturierte offene Sammlung von digitalen Lernangeboten zur Verfügung stellen zu können. Auf eine spannende Diskussion!

YouTube

Mit YouTube kann man alles lernen, alles erfahren und sich alles angucken. Stimmt fast. Aber auf jeden Fall gibt eine riesige Auswahl an hilfreichen Videos, die Wissen eingängig vermitteln, vertiefen und verständlich machen können. Neben den sehr populären Kanälen von The Simple Club  und Mr.Wissen2Go gibt es natürlich noch viele weitere hilfreiche Accounts, wie musstewissen, The Secret Life of Scientist, Kurzgesagt, oder 100SekundenPhysik, um nur eine Auswahl zu nennen.

Welche sind noch zu empfehlen und mit welchen kann man am besten für Klausuren lernen, Referate schreiben, oder sich aufs Abi vorbereiten? Bitte all das in die Kommentare packen, damit weiter diskutiert werden kann.

Khan Academy

Die Misson dieser Plattform ist es „eine erstklassige und kostenlose Bildung für weltweit Jeden anzubieten.“ Mit praktische Übungen, Videoanleitungen und einem personalisiertes Lerndashboard können Inhalte aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Computerprogrammierung, Geschichte, Kunstgeschichte und Wirtschaft erlernt werden. Auf ihrem deutschen YouTube-Kanal sind außerdem fast 1.000 Lernvideos zu finden, die einfach und schnell, Divisionsrechnung, den Satz des Pythagoras und andere Mathematikknaller erklären. Eltern und Lehrenden soll mit der Plattform geholfen werden, einfacher sicher zu stellen, wie Kinder und Jugendliche am besten unterstützt werden können.

iTunes U

Mit der App kann der Unterricht direkt aufs iPad gebracht werden und eigene oder externe Lehrinhalte und Tools gebündelt zur Verfügung gestellt werden. Die App macht Kommunikation, Leistungsstandabfrage oder die Organisation von Unterrichtsinhalten übersichtlich und kann ähnlich wie Google Classroom genutzt werden.

Schulbuch-O-Mat

Hier entstehen digitale und kollaborative Schulbücher, die sich an den (Berliner) Rahmenlehrplan orientieren. Ein erstes OER-Biologie-Lehrbuch ist bereits in der 4. Auflage zugänglich. Das besondere an Lehrbüchern, die so entstehen ist, dass sie adaptiv, also mitlernend sind. Neue Auflagen können zeitnah angepasst werden und Feedback der Nutzer eingebaut werden.

Google for Education

Hier können verschiedene Organisations-, Lernhilfe- und Kontrolltools genutzt werden, um den Unterricht in kurzer Zeit digital zu gestalten. Das bekannteste Tool ist Google Classroom, mit dem Übungen und Aufgaben leicht verteilt werden können und direkt von den Lehrenden in dem Tool korrigiert werden können. Außerdem kann man bei Fragen oder Problemen direkt mit der Lehrkraft darüber kommunizieren und kann direkte Rückmeldungen erhalten. Google hält aber noch viele weitere Tools bereit.

Auch hier gilt, welche sind die besten, welche sind nicht so doll. Alles gerne in die Kommentare am Ende.

Serlo

Dies ist eine Plattform für Mathematik, Biologie-Materialien, aber auch für Themen wie Nachhaltigkeit oder Lernhilfen für Neusprachler*innen, die sich direkt an Schüler*innen (und Student*innen) richtet. Neben Artikeln gibt es auch Online-Kurse, Übungen und Videos.

ZUM – Zentrale für Unterrichtsmaterialien im Internet 

Verein von Lehrer*nnen, die ihre Erfahrungen und Wissen in ein “benutzerfreundliches Internetangebot” einfließen lassen. Auf der Plattform gibt es Wikis (Schul Wikis und projektbezogene Wikis), die sich inhaltlich auf ein Unterrichtsfach oder auf ein Unterrichtsprojekt beziehen. Auch für Lerninhalte in der Grundschule gibt es Wikis, die sowohl von und für Grundschüler*innen als auch von und für Lehrer*innen erstellt sind. Außerdem bietet die ZUM das ZUMpad, das es ermöglicht, kollaborativ zu arbeiten. Das Etherpad kann sowohl von Schüler*innen als auch Eltern verwendet werden und ist eine angepasste Form des sehr ähnlichen Google Docs.

SEGU Plattform 

Die Lernplattform unterstützt Lehrer*innen, offenen Geschichtsunterricht zu gestalten und dafür digitale Medien sinnvoll einzusetzen. Für Schüler*innen gibt es dort zahlreiche Lernmodule, die flexibel alleine, oder in Gruppen im Unterricht bearbeitet werden können.

Unterrichtsmaterialreihe »Medien in die Schule«

Auf dieser Plattform werden Unterrichtsmaterialen gesammelt, die zu den zentralen Medienarten- und formaten, zahlreiche Unterrichtsanregungen und mediendidaktische Tools anbieten. Damit sollen sowohl Lehrende als auch Jugendliche bzw. Schüler*innen im kompetenten Umgang mit digitalen Medien unterstützt werden.

Wikipedia

Darf natürlich nicht fehlen – der Klassiker des digitalen Wissenserwerbs. Das gemeinnützige Projekt bietet seit 2001 die umfassendste digitale Enzyklopädie und kann kollaborativ von den Nutzern weiterentwickelt und kontrolliert werden. Dahinter steht die Idee von Wikimedia, Wissen formen und beitragen zu können und es jederzeit für jeden frei verfügbar zu machen. Dafür stellt Wikimedia verschiedene Angebote zur Verfügung, die genau dieses Ziel verfolgen. Neben der Enzyklopädie gibt es mit Wikisource eine Quellensammlung, mit Commons ein Medienarchiv und vor allem verbirgt sich hinter Wikiversity eine Plattform, die verschiedene Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung stellt.

Kahoot

Mit diesem Tool kann man spielerisch Wissen abfragen und dadurch seinen eigenen Wissensstand abfragen, oder sich auch im Wettstreit mit anderen beweisen. Dabei erstellen die Lehrenden die Fragen mit Multiple Choice Antworten, die die Schüler der Reihe nach, wie in einem Quiz, bearbeiten. Ähnlich funktioniert auch Learningapps, mit der man bereits fertige Wissensapps nutzen kann, aber auch eigene erstellen kann.

Museen für Zuhause

Viele internationale Museen bieten mittlerweile die Möglichkeit an, sich die Bilder ihrer Ausstellungen, runter zu laden. Dahinter steht die Idee, dass Kunst in erster Linie der Bevölkerung gehört, also auch immer zugänglich sein soll. Museen beherbergen sie demnach nur und garantieren den Erhalt der Kunst. Ein Blick auf die Seite des Statens Museum for Kunst, des MoMA oder des Amsterdamer Rijksmuseums lohnt auf jeden Fall. Letzteres bietet die großartige Funktion, direkt auf der Seite eine eigene Sammlung zu erstellen. Über die Suche kann man so zum Beispiel einen historischen Überblick zum Thema Spielen bekommen.

Frei nutzbare Inhalte zum Thema Kultur (Bilder, Filme, Texte, Audiobooks…) findet man auch auf der Seite von Open Culture, die, wie wir, auch noch mal eine Liste 1300 freier online-courses von Top Universitäten zusammengestellt hat, unbedingt reinschauen!

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