„Es ist ein Projekt, was einen ein Leben lang prägen wird.“ — Hafila im U21-Interview

Hafila – ein Projekt bestehend aus drei Mädchen, die nach dem Abi mit einem Bus eine Reise an die Grenzen Europas gemacht haben, um sich ein eigenes Bild über die Flüchtlingspolitik zu machen und den Leuten vor Ort, so gut wie es geht, zu helfen.

Was sie erlebt haben, wen sie alles kennengelernt haben und was das “Ergebnis” der Reise war, erzählen Leila und Marlene im Interview mit Jean aus dem U21-Redaktionsteam.

Was ist genau Hafila?

Leila: Also wir sind drei junge Mädchen, die ihr Abi gemacht haben und dann das Projekt “Hafila” überlegten. Wir dachten uns, dass wir gerne helfen möchten an den Orten, wo vielleicht Hilfe benötigt wird. Wir wollten uns aber auch vor allem ein eigenes Bild der Lage machen und nicht von Organisationen oder Medien abhängig sein. Deshalb haben wir eine Crowdfunding Aktion gestartet, um uns die Reise zu finanzieren und vor allem den Bus zu kaufen, sodass wir von Ort zu Ort, durch ganz Europa fahren konnten.

Marlene: Genau und wir haben die Reise nicht nur für uns gemacht, sondern vor allem haben wir berichtet. Also wir haben mit Podcasts allen Interessierten unser Geschehen näher Gebracht. Wie zum Beispiel, was in Athen, aber auch in Calais gerade so los ist und was auch so die Unterschiede sind, zu wie es zum Beispiel in Deutschland läuft.

Was war euer Ergebnis der Reise oder was habt ihr mitgenommen?

Marlene: Das ist eine Frage, die wir uns selbst auch am Anfang täglich gestellt haben, als wir wieder da waren. Das ist eine extrem schwierige, persönliche und emotionale Frage.

Leila: Für mich waren es persönlich die Begegnungen, die man dort gemacht hat und die Leute, die wir kennengelernt haben, mit denen wir irgendwie in Kontakt gekommen sind und die uns ihre Geschichten erzählt haben.

Marlene: Ja, das stimmt. Aber das war auch nicht nur während der drei Monate. Mit vielen waren wir noch länger in Kontakt. Leila und Nele haben auch die in Athen wieder besucht und ein paar sind auch glücklicherweise nach Deutschland gekommen und einer davon, Tamin, wird mit uns dann auf der Bühne zu sehen sein.

Aber dass man jetzt sagt, wir sind losgefahren, um zu den Fragen XY eine Antwort zu finden und jetzt sind wir zurück und haben jetzt diese Antworten, war nicht der Fall. Es sind eher noch viel mehr Fragen dazu gekommen, da wir in der Zeit in der Problematik emotional total tief drin waren und dass wir eher erfasst haben, wie unfassbar problematisch und vielschichtig und irgendwie unlösbar diese Flüchtlingssituation in Europa ist, weil von Land zu Land anders gehandelt wird.

Es ist ein Projekt, was einen ein Leben lang prägen wird. Man hat bestimmte Erfahrungen gemacht und ist so wachgerüttelt worden, wie es Leuten wo anders geht und wie der Blick ist von ganz vielen Menschen, egal ob aus Griechenland oder aus Syrien oder Deutschland. Dazu werden wir auch in der diesjährigen TINCON auf jeden Fall was sagen

Wie geht es weiter mit Hafila?

Leila: Wir sind gerade eigentlich ziemlich unterschiedlich verteilt und schon alle auf ‘nem unterschiedlichen Weg. Hafila ist sozusagen mit der Reise nicht abgeschlossenen gewesen, aber der Projektcharakter ist halt vorbei und wir drei gehen alle verschiedene Wege.

Und wer ist genau Tamin, der euch bei euren Talk begleitet?

Leila: Tamin haben wir über einen Freund kennengelernt, Ahed. Ahed ist schon seit 2 Jahren in Berlin und der hat uns, bevor wir losgefahren sind, erzählt, dass er einen Freund hat, der in Athen festsitzt, den wir dort ja vielleicht mal besuchen könnten, wenn wir da sind. Ich hätte jetzt gar nicht damit gerechnet, dass das wirklich passiert, aber wir haben uns dann mit ihm getroffen und haben uns auf Anhieb mit ihm verstanden und aus Zufall hat er dann auch noch im Hotel Plaza gelebt, wofür wir uns auch schon vorher interessiert haben und auch mehr erzählen werden auf der TINCON. Das war dann quasi ein glücklicher Zufall, dass Tamin ein so interessanter Mensch war und dann auch noch in dem Hotel gelebt hat.

Wurde die Reise auch bildlich dokumentiert?

Leila: Ja, unsere ganze Reise wurden wir von einem Fotografen begleitet. Das war Gregor Fischer, der auch auf der letzten und diesjährigen TINCON Fotos macht. Er hat unsere ganze Reise sehr gut visuell begleitet und darüber sind wir auch sehr froh. Und wer die Bilder sehen will – die wird man auch beim Talk sehen können.

 

 

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