„Get out there, now! Redet nicht nur – tut etwas!“ — Jonas Klocke und Alessandro Schuster im U21-Interview

von U21

31.5.2017

Jonas Klocke und Alessandro Emanuel Schuster sind junge Schauspieler und Produzenten. Jonas dreht gerade einen 40-minütigen Kurzfilm, Alessandro Emanuel ist Schauspieler beim “Tatort Dresden”. Wie haben sie angefangen und welchen Herausforderungen stellen sie sich heute? Katharina aus unserer U21-Redaktion hat die beiden TINCON Berlin Speaker interviewed.

Ihr seid beide Filmemacher und Produzenten. Wie habt ihr denn das Talent dafür entdeckt, Filme zu produzieren?

AS: Seit ich 6 Jahre alt bin, interessiere ich mich schon fürs Schauspielern und Filmen. 2015 hatte ich nach einigen Drehs so viele Eindrücke, dass ich unbedingt meinen ersten eigenen Film machen wollte, der dann dann auf ein paar Festivals lief. Für meinen zweiten Kurzfilm habe ich das Drehbuch geschrieben, Regie geführt, eine kleine Rolle gespielt, den Schnitt und die Produktion übernommen. Ich habe mit viel größerem und professionellem Team und weitaus mehr Ausstattung und Technik produziert.

JK: Ich denke, dass es wichtig ist, dass man sich selbst dazu etwas stark hingezogen fühlt. Es gibt tausende Wege sein Talent für etwas zu entdecken und auch sehr viele Leute, die einen versuchen zu entmutigen. Wichtiger ist: es gibt nicht den einen richtigen Weg. Hauptsache, man klemmt sich dahinter. Ich persönlich habe einfach mit ein paar Freunden angefangen, einen kleinen Film zu drehen – fünf Leute, ein Stativ und eine Kamera, mitten im Wald. Der Film wurde nicht so besonders, deswegen beschlossen wir, es beim nächsten Mal besser zu machen. Schließlich entwickelte sich daraus etwas, das immer größer wurde.

Was sind die größten Herausforderungen für Jugendliche, die Spaß an der Arbeit mit Filmen haben? Könnt ihr Tipps geben, wie man Sie am besten bewältigt?

AS: Die größte Herausforderung ist es, ein Team zusammen zu bekommen! Da ich ja auch als Schauspieler tätig bin, kenne ich viele Leute aus dem Bereich und kann meine Kontakte nutzen. Aber für Newcomer ist das erstmal schwierig. Deshalb ein guter Tipp von mir: knüpft Kontakte! Man braucht auf jeden Fall Durchhaltevermögen, Kreativität und Ehrgeiz! Geld ist gar nicht mal so wichtig, man kann auch mit wenig Geld ein ziemlich cooles Projekt auf die Beine stellen.

JK: Ich empfehle allen, die Bock drauf haben: Geht und macht das! Lasst euch nicht von Leuten von irgendwas abhalten. Get out there, now! Tut etwas – redet nicht! Macht. Es gibt so viele Challenges beim Filmemachen und es geht darum, diese zu bewältigen und das zu tun, was nötig ist, um den Film zu machen, den man sich vorgestellt hat. Die Filme werden nie ansatzweise so, wie man sie sich vorgestellt hat. Jeder war einmal unglaublich schlecht in dem Feld, in dem er jetzt großartig ist. Daher muss man unbedingt Durchhaltevermögen entwickeln und sich nicht demotivieren lassen — das ist der kritische Punkt beim Filmemachen.

Woran arbeitet ihr aktuell?

AS: Eigene aktuelle Projekte habe ich noch nicht. Ich habe zwar schon wieder ein paar Ideen, aber bis daraus etwas entsteht, dauert es noch eine Weile. Aber als Schauspieler stehen ein paar neue Sachen an, u.a. drehe ich im Juli wieder eine weitere “Tatort Dresden” Folge.

JK: Im Juni und August steht der Dreh für mein Herzensprojekt „The Neverland“ an – ein Fantasyfilm, für den ich das Drehbuch geschrieben habe, den ich produziere, und in dem ich die Hauptrolle spiele. Außerdem bin ich Co-Produzent bei einem kleinen SciFi Film, einem sehr ambitionierten Studentenfilmprojekt aus Dortmund. Im nächsten Winter werde ich meinen ersten 90-Minüters drehen, den ich produziere und bei dessen Storyentwicklung ich beteiligt bin. Zwischendurch arbeite ich an dem ein oder anderen Kurzfilm (1-5 min) als Produzent oder Schauspieler, mache einige Commercials als Regisseur – hauptsächlich für meine Agentur – und einige Folgen als Art Director bei einer kleinen Webserie namens “Paris”.

Wo liegen eure größten Herausforderungen?

AS: Die größte Herausforderung bei meinem Film habe ich eigentlich schon überwunden, das Ding ist im Kasten und jetzt sitze ich gerade am Schnitt. Die kommenden Schritte sind dann das Grading, die Special-Effects, die Musik und die englischen Untertitel.

JK: Alle Projekte gleichzeitig zu administrieren, alles im Blick zu behalten, sich die Zeit einzuteilen. Zu strukturieren und im Auge zu behalten, welche der Aufgaben gerade Priorität hat. Jedes Projekt ist bepackt mit individuellen Challenges, die sich im Wochentakt ändern.

Zu guter Letzt: Wo kann man eure Kurzfilme sehen?

AS: Es wird auf jeden Fall eine fette Teampremiere mit geladenen Gästen in einem Berliner Kino geben und ich werde den Film bei so vielen Festivals wie es nur geht einreichen, national sowie international. Wenn der Film irgendwann durch Festivals gegangen ist, was bis zu drei Jahren dauern kann, schaut man mal, wie es weiter geht.

JK: Unterschiedlich. Das meiste, das ich bis jetzt gedreht habe, ruht irgendwo auf Festplatten oder steckt noch in der Post fest. Aber viel interessanter ist, was die Zukunft bringt. Für „The Neverland“ wird viel Aufwand im Distributionsbereich betrieben — mit Kooperationen, YouTube, wo Ausschnitte gezeigt werden, DVD-Verkauf, eventuell bei Streamingdiensten und im Kino, Trailer und Teaser. Vor allem auf Festivals soll der Film gezeigt bzw. bekannt gemacht werden.

 

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